ÜberLeben im Viertel

Bahnhof Süd und sein Umfeld - völlig zerstört (Foto: Heinrich Buhr, Copyright Stiftung Ruhr Museum)

Der Fotograf Heinrich Buhr (1902-1980) wohnte seit den 1930er Jahren in Essen-Süd. Er dokumentierte, wie sein Lebensumfeld im NS-Krieg in Schutt und Asche sank – und dann aus den Trümmern die Stadt wieder aufwuchs. Seine Tochter Ursula stellte die Bilder für ein Projekt in Heinrich Buhrs Viertel zur Verfügung. Es entstand für alle Beteiligten eine Vorstellung vom Wahnsinn des Krieges und der Verletzlichkeit des Friedens.

ÜberLeben im Viertel

Das Projekt zu den Fotos von Heinrich Buhr mündete in einen Faltplan, auf dem Bilder und deren Aufnahme-Orte dargestellt sind. So werden Geschichte, Zerstörung und Entwicklung des Viertels nachvollziehbar.
Mitgearbeitet an diesem Projekt haben: Christiane Becker, Bastian Schiel-Mehmen (raum45 – Platz für Kultur), Vittoria Lenz (Doing culture. Bildung und Reflexion kultureller Prozesse), Stefan Michaelsen (Kommunikationsdesign), Elmar Pieper, Hans Trapp (Bürogemeinschaft …1… 2 …3…), Wilfried Sauter (Initiator und Historiker im Stadtteil).

Der Faltplan ist noch erhältlich (bitte bei mir anfragen – Kontakt s. Impressum) – mit seiner Hilfe können Sie durch das Südviertel streifen und die Fotos von damals mit dem heutigen Bild vergleichen.

Als Kommunikationsdesigner hat Stefan Michaelsen den Plan gestaltet, auf seiner Website stellt er das Projekt anschaulich vor: zur Website

Hier sollen nur wenige Beispiele gezeigt werden.

Bild 1: das Titelbild des Faltplans, das wir zunächst nicht genau verorten konnten (wir hielten es für ein im Krieg zerstörtes Haus in Essen Süd).
Erst nach dem Druck des Plans entdeckte ich das abgebildete Haus in einem westlicheren Stadtteil: Essen-Altendorf, Körnerstraße 14.
Gegenüber hatte in Nr. 9 die Schwiegermutter des Fotografen gewohnt, aus deren Fenster das Bild gemacht wurde. Nr. 9 wurde zerbombt, im Faltplan stehen Schwiegermutter und Tochter vor dem zerstörten Haus (dort Bild 10, im Plan nicht lokalisiert).

Bild 2 zeigt, wie das Haus Nr. 14 bei der Entdeckung im Jahr 2018 aussah (Foto W. S.).

Zwischen Heinrich Buhrs Wohnung und dem Essener Stadtgarten entstand in den 1930er Jahren die Engelbert-Kirche (Bild 3).

Das zweite Foto (Bild 4) zeigt die im 2. Weltkrieg völlig zerstörte Engelbertkirche.

Der Wiederaufbau (Bild 5) erfolgte in verkleinerten Form und ohne die massiven Türme.

Der Dachdecker Konrad Focke versucht, in den Resten des Hauses Hildegardstraße 3 den Dachdeckerbetrieb wieder aufzubauen (Bild 6). In dieser Straße hatte in Nr. 17 Heinrich Buhr bis zur Ausbombung gewohnt.

Das Foto zeigt das Haus Hildegardstr. 3 nach dem Krieg bei begonnenem Wiederaufbau; in dieser Straße wohnte Heinrich Buhr bis zur Ausbombung

Hildegardstr. 3_Wiederaufbau durch den Dachdecker Konrad Focke (Foto: H. Buhr, Copyright Stiftung Ruhr Museum)

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