Auch zwischen Ruhr und Wupper hat seit Jahrhunderten Wiesenbewässerung stattgefunden, die erhebliche Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft bewirkte. Diese alte Kulturform nutzte nur das natürliche Gefälle von Bachwasser. Sie erfuhr – quasi parallel zur Industrialisierung – seit den 1840er Jahren einen massiven Ausbau, auch aufgrund staatlicher Förderung. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die arbeitsintensiven Bewässerungsanlagen aufgegeben.
Die Relikte der Stauschleusen und Zuleitungsgräben („Flößgräben“) sind vielerorts sichtbar. Sie werden aber meist nicht erkannt, weil diese einst stark verbreitete Form intensiver Landwirtschaft heute fast vollkommen vergessen ist.
Die hier zugänglichen Materialien – Vorträge, Texte, Bilder, Karten – verdeutlichen Geschichte, Funktionsweise, Bedeutung und typische Relikte der Wiesenbewässerung an regionalen Beispielen.
2023 wurde die traditionelle Bewässerung in Europa von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit ernannt.
Bild oben: Mittlere Düssel, Endbereich von Stöckers Grabens. Der Zuleitungsgraben zeichnet sich durch eine spezielle Vegetation aus (ohne gelbe Blüten), der Bereich nach rechts zur Düssel hin wude durch ihn bewässert. Foto: Wilfried Sauter, 2012
