Das „Gesteins“ nannte man im Niederbergischen Land eine wildromantische Kalkstein-Landschaft, durch welche die Düssel zwischen hohen Felsen floß. Der Lehrer und Prediger Joachim Neander entdeckte im 17. Jahrhundert diese Landschaft für sich und ließ sie auch in seinen Kirchenliedern anklingen. Im 19. Jahrhundert spielte das „Neanderthal“ für die Düsseldorfer Malerschule eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Landschaftsmalerei.
Die aus Jülich stammenden Maler Johann Wilhelm Schirmer und Leonhard Rausch sind in besonderem Maße mit dem Gesteins verbunden. Der industrielle Kalk-Abbau zerstörte dann diese „Stätte der früher hier verweilenden Elfen“, wie Schirmer es formulierte, und dabei fand man die Knochen eines eiszeitlichen Menschen, dessen Art den Namen „Neandertaler“ erhielt.
Vom Gesteins blieben nur die Bilder der Maler, die manchmal Natur und Landschaft realistisch zu erfassen suchten, die aber oft auch ganz eigene Bild-Erzählungen aus den gefundenen Motiven konstruierten.
Kuratorenführung im Kulturhaus mit Wilfried Sauter (Historiker & Geograf, Essen)

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