Den Isenbergplatz gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch seit vielen Jahrzehnten. Im Essener Straßenverzeichnis steht er jedoch erst seit 2012. Das ist kein Wunder, denn ursprünglich war hier nur ein erweiterter Straßenraum, durch den die Rellinghauser Straße lief und wo die Isenbergstraße abzweigte. Das zeigt das Luftbild von 1969 (© RVR, 1969, dl-de/by-2-0). In den 1960ern gab es in vielen Familien zum ersten Mal ein Auto, und nicht wenigen schien es verlockend, weit draußen am Rand des Ballungsraum ein Eigenheim zu besitzen. Die Folgen: Stadtflucht und Berufsverkehrs-Stau. Langsam begriffen Stadtverwaltungen und Räte, dass ihre Städte nicht nur autogerechte Straßen, sondern auch Lebensqualität bieten müssen. An den Straßen, die nach Westen vom Isenbergplatz abgehen, lassen sich jeweils an der Nordseite junge Baumpflanzungen als dunkle „Knubbel“ erkennen.
Die Autos waren laut, sie wurden mit verbleitem Benzin betrieben und stanken in heute kaum vorstellbarem Maße, gerast wurde auch (Tempo 30 dürfen Städte erst seit 1989 einrichten). Es gab daher in Wohnvierteln Maßnahmen zur „Verkehrsberuhigung“.
Und endlich war auch „unser“ Platz dran und wurde umgestaltet. Das zeigt das nächste Luftbild von 1976 mit den noch nicht beendeten Baumaßnahmen auf dem Platz (ausTIM-online):
Diese Maßnahme zeigte Wirkung, wie das folgende Bild von 1983 beweist (© RVR, 1983, dl-de/by-2-0):
Und im Jahr 2020 stellte sich der Isenbergplatz so dar (© RVR, 2020, dl-de/by-2-0):
Man beachte auch, was aus den Straßenbäumchen der 1960er geworden ist!
Wie unser Lebensumfeld aussieht, ist also das Ergebnis von Entscheidungen. Die fallen im politischen Raum, aber wir tragen alle mit unserem Tun, Kaufen, Verhalten, Wählen dazu bei!





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